Kai feng 凱風
Dynasty: Zhou 周 (1045 BC–256 BC)
Included in: Ruan Yuan 阮元 (ed.). Mao shi zheng yi 毛詩正義, Shi san jing zhu shu 十三經注疏 2. Taipei: Yee Wen Publishing Co., Ltd., 2001. 85f.
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Johann Cramer : Die Schlimmen
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Wie säuselt der Südwind gar so sacht, Und sucht den Dorn zu rühren! Am schlimmgearteten Kind jedoch Ist keine Zucht zu spüren. Es zieht unsere Mutter sieben gar, Doch, ach, an keinem wird offenbar, Daß gute Frucht sie zöge. Wie säuselt der Südwind gar so sacht, Und hat erregt das Mark vom Dorne. Die Mutter, wie sie uns sanft erzog, Sie weiß gar nichts von Zorne. Indeß, war sie auch noch so gut, Der sieben Söhne wilder Muth Hat nicht die Güte beachtet. Es fließt ein Quell an einem fort In Tsun, dem schönen Thale; Doch immer bleibet dürr der Ort Und will nicht grünen und blühen. Die sieben Söhne kennen nicht Des edlen Dankes edle Pflicht Für mütterliche Sorge. Der gelbe Vogel singt mit Schall An einem fort so lieblich, Bis ihm ertönt der Widerhall Zurück von Berg und Felsen. Der Mutter Stimme aber klingt Vergebens, aus dem Herzen dringt Uns keine Antwort kindlich.–
in: Cramer, Johann (ed.). Schi-King, oder Chinesische Lieder, gesammelt von Confucius. Neu und frei nach A. La Charme's lateinischer Übersetzung bearbeitet. Fürs deutsche Volk hg. von Johann Cramer, Das himmlische Reich. Oder China's Leben, Denken, Dichten und Geschichte, 4 vols. Crefeld: Verlag der J. H. Funcke'schen Buchhandlung, 1844. p. 28. -
Günther Debon (1921–2005): No title ("Von Süden bläst ein milder Wind")
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in: Debon, Günther (ed.). Chinesische Weisheit. Übersetzt und herausgegeben von Günther Debon. Mit 23 Abbildungen, Universal-Bibliothek. Stuttgart: Philipp Reclam jun., 1993. p. 140. -
Heide Köser : Sanfter Wind
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in: Köser, Heide and Hetzer, Armin. Das Liederbuch der Chinesen. Guofeng. Frankfurt a. M.: Insel Verlag, 1990. p. 31f. -
Ernst Meier (1813–1866): Die Söhne über ihre Mutter, die zu frei lebte
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Holder Südwind weht und wärmet Dieses Dornes innres Mark. Sieh, da grünt und blüht der Dornstrauch, Daß er wie verjüngt erscheint. Unsre Mutter aber schwebet Stets in Sorgen und in Nöthen. Holder Südwind weht und wärmet Dieses Dornes Holz Mark. Unsre Mutter ist vortrefflich An Verstand und Geistesgaben; Doch wir Kinder, wir sind Menschen Ohne Tüchtigkeit und Tugend. Lieblich und melodisch flötet Mit ununterbrochnem Ton Dort im Hain der gelbe Vogel. Doch wir sieben schlimmen Söhne Können unsrer braven Mutter Keinen süßen Trost gewähren.–
in: Meier, Ernst. Morgenländische Anthologie. Klassische Dichtungen aus der sinesischen, indischen, persischen und hebräischen Literatur. Leipzig: Verlag des Bibliographischen Instituts, 1875. p. 35f. -
Friedrich Rückert (1788–1866): Böse Sieben
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Wie der Südwind schmeichelt linde, Und den Dorn zu rühren sucht! Doch am ungerathnen Kinde Ist verloren alle Zucht. Unsre Mutter zieht nicht minder Sieben ungerathne Kinder, Und erzieht sich keine Frucht. Von des Südens lindem Winde Wird des Dornes Mark erregt. Unsre Mutter, wie gelinde Hat sie's uns an's Herz gelegt! Schad' um ihre Güt' und Schöne! Sieben ungerathne Söhne Sind zum Guten unbewegt. Unaufhörlich fließt die Quelle Drunten in dem Thale Tsün; Doch die spröde dürre Stelle Bleibet kahl und wird nicht grün. Unsrer Mutter, unsrer lieben, Danken ihre bösen Sieben Wenig alle Liebesmühn. Wie der gelbe Vogel singet Mit ununterbrochnem Schall, Bis ein Widerhall entspringet Im Gestein und Felsenwall! Doch wir Sieben haben schlimme Herzen, wo der Mutter Stimme Findet keinen Widerhall.–
in: Rückert, Friedrich. Schi-king. Chinesisches Liederbuch, gesammelt von Confucius, dem Deutschen angeeignet von Friedrich Rückert. Altona: J. F. Hammerich, 1833. p. 45f. -
Victor von Strauß (1809–1899): Selbstanklage ungerathener Söhne
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Von Süden her der sanfte Wind, In's Herz der Dornen haucht er lind, Und lieblich grünt der Dornen Herz; – Die Mutter quälet Sorg' und Schmerz. Von Süden her der sanfte Wind, In's Holz der Dornen haucht er zart; Die Mutter ist so weis' und gut, Doch wir sind Menschen schlimmer Art. Wol giebt es einen kühlen Born, Der unter Siün entquillt im Thal; Doch ihrer sieben Söhne giebt's, Die sind der Mutter Sorg' und Qual. Der gelben Vögel schöner Sang Ertönt gar lieblich allerwärts; Doch ihrer sieben Söhne giebt's, Die trösten nicht der Mutter Herz.–
in: Strauß, Victor von. Schi-king. Das kanonische Liederbuch der Chinesen. Heidelberg: Carl Winter's Universitätsbuchhandlung, 1880. p. 101. -
Wilhelm Michael Treichlinger (1902–1973): No title ("Der milde Südwind")
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in: Treichlinger, Wilhelm Michael. Shu ist jagen gegangen. Chinesische Gedichte aus dem Schi-King.. Zürich: Verlag der Arche, 1948. p. 60.
凱風自南,吹彼棘心。 棘心夭夭,母氏劬勞。 凱風自南,吹彼棘薪。 母氏聖善,我無令人。 爰有寒泉,在浚之下。 有子七人,母氏勞苦。 睍睆黃鳥,載好其音。 有子七人,莫慰母心。