Juan er 卷耳

by Anonymous (Shijing)

Dynasty: Zhou 周 (1045 BC–256 BC)

Included in: Ruan Yuan 阮元 (ed.). Mao shi zheng yi 毛詩正義, Shi san jing zhu shu 十三經注疏 2. Taipei: Yee Wen Publishing Co., Ltd., 2001. 33-35.

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  • Johann Cramer : Der Besuch der jungen Frau, 2+3
    Das junge Weib vom Aelternhaus Ging still hinab ins Thal, Am Arme hing ihr zierlich gar Ein Körbchen lang und schmal. Wie zierlich hing es ihr am Arm, Das Körbchen lang und schmal, Und Blumen las und Kräuter sie Darin im stillen Thal. Zur Hälfte war das Körbchen voll, Da sank ein Thränchen, ach, Ein Seufzer hob das junge Herz, Die junge Frau, sie sprach: Ich denk' an Wen in dieser Stund', Wie regt es meine Brust! Die Blumen warf sie vor sich hin, – Ade! du Mädchenluft! – Seht zu, ihr Mägde, hebt sich nicht Dort auf dem Weg der Staub? Der Staub von meinem Lieben ist Mehr werth wie Gras und Laub. Erstieg sie nicht den Fels, Und sieht sich nach mir um? Ach, stürzen willst du, Roß, Und sollst mich zu ihr tragen! Weg zu trinken meine Sorgen Schlürf' ich eins aus goldner Flasche, Und ich denk', kann's heut nicht sein, Grüß' ich sie doch Morgen! Erstieg sie nicht den Berg, Zu schauen herab nach mir? Ach, keine Flügel hat mein Roß, Und keine Sehnsucht ist sein Sporn, – Meine Schmerzen zu besiegen Leere ich die goldne Schale, Siehst du's nicht beim Abendscheine, Doch in deinem Herzen fühl' es! Bestieg sie nicht das Dach, Nach mir sich um zu sehn? Die Gefährten schlummern rings, Und es stehn die müden Rosse, – Meine Liebe, könnt' ich fliegen Weit von dannen mit dem Nachtwind! Lebe wohl, beim Sonnenstrahle Weck' ich dich am frühen Morgen.

    in: Cramer, Johann (ed.). Schi-King, oder Chinesische Lieder, gesammelt von Confucius. Neu und frei nach A. La Charme's lateinischer Übersetzung bearbeitet. Fürs deutsche Volk hg. von Johann Cramer, Das himmlische Reich. Oder China's Leben, Denken, Dichten und Geschichte, 4 vols. Crefeld: Verlag der J. H. Funcke'schen Buchhandlung, 1844. p. 3f.
  • Albert Ehrenstein (1886–1950): Fürstin Thai-sse
    in: Ehrenstein, Albert. Chinesische Dichtungen. Lyrik, Werke. München: Klaus Boer Verlag, 1995. p. 33.
  • Heide Köser : Das Mäuseohr
    in: Köser, Heide and Hetzer, Armin. Das Liederbuch der Chinesen. Guofeng. Frankfurt a. M.: Insel Verlag, 1990. p. 10f.
  • Ernst Meier (1813–1866): Besuch der jungen Frau
    Sie sammelt Lotos-Kräuter ein Im Körbchen lang und schmal; Das Körbchen war nicht halb gefüllt, Da sprach sie auf einmal: "Ach, Einer, den mein Herz begehrt, Der kommt mir in den Sinn!" So sprechend warf sie auf den Weg Das Kräuterkörbchen hin. Und jenen Fels steigt sie hinan Und spricht: "Mein Pferd ist müd; Aus goldner Flasche trink' ich Eins, Daß mir die Sorg' entflieht." Zum Bergesrücken schreitet sie: "Mein müdes Roß geht sacht; Ich trink' indeß aus diesem Horn, Ob mich's nicht heiter macht." Sie möchte über jenen Berg Und seufzet: "Wehe mir! Mein Roß ist abgemagert sehr Und krank die Freude hier!"

    in: Meier, Ernst. Morgenländische Anthologie. Klassische Dichtungen aus der sinesischen, indischen, persischen und hebräischen Literatur. Leipzig: Verlag des Bibliographischen Instituts, 1875. p. 43f.
  • Fritz Mühlenweg (1898–1961): Auf dem Weg in die Berge
    in: Mühlenweg, Fritz. Tausendjähriger Bambus. Nachdichtungen aus dem Schi-king. Hamburg: Hans Dulk, 1945. p. 21.
    in: Mühlenweg, Fritz. Tausendjähriger Bambus. Nachdichtungen aus dem Schi-king. Hamburg: Hans Dulk, 1956. p. 21.
    in: Mühlenweg, Fritz. Tausendjähriger Bambus. Nachdichtungen aus dem Schi-king. Lengwil am Bodensee: Libelle Verlag, 1994. p. 18.
  • Carl Friedrich Neumann (1793–1870): Sehnsucht der Königin im älterlichen Hause
    Sie pflückt, sie pflückt Ringelblumen, und das Körblein wird nicht voll; Ach ich fühle Sehnsucht nach einem Manne, der ferne wandelt! Jagt' ich durch bergiges Land, und mein Pferd wäre ermüdet. Dann tränk' ich Wein aus jenem goldnen Pokale mit den Meinen, Und die Sehnsucht wär' gestillt. Sprengt' ich über hohe Felsen, und mein Pferd würde blau und gelb, Dann tränk' ich Wein aus jenem Horngefäss mit den Meinen, Und die Gedanken der Schwermuth wären zu Ende. Hätt' ich doch jene steilen Abhänge erstiegen, Wären auch die Pferde erkrankt, die Freunde erkrankt. ... Ach für jetzt kann ich blos seufzen!

    in: Jolowicz, Heinrich (ed.). Der poetische Orient. Leipzig: Verlag von Otto Wigand, 1853. p. 6f.
  • Friedrich Rückert (1788–1866): Der Besuch der jungen Frau, 2. "Von ihrer Eltern Hause ging"
    Von ihrer Eltern Hause ging Die junge Frau ins Tal; Wie zierlich ihr am Arme hing Das Körbchen lang und schmal! So zierlich ihr am Arme hing Das Körbchen lang und schmal, Darein sie an zu lesen fing Blumen und Kraut im Tal. Das Körbchen war zur Hälfte voll, Als eine Träne lief, Die Brust von einem Seufzer schwoll, Die Jungvermählte rief: "Es kommt mir jemand in den Sinn, Der mir bewegt das Herz." Sie warf am Weg die Blumen hin: Fahr wohl, du Mädchenscherz! "Ihr Mägde, blicket mir, o seht, Ob dort sich hebt kein Staub? Ein Staub von meinem Gatten geht Mir über Gras und Laub."

    in: Rückert, Friedrich. Schi-king. Chinesisches Liederbuch, gesammelt von Confucius, dem Deutschen angeeignet von Friedrich Rückert. Altona: J. F. Hammerich, 1833. p. 11f.
    in: Wollheim da Fonseca, Anton Edmund. Die National-Literatur sämtlicher Völker des Orients. Eine prosaische und poetische Anthologie aus den besten Schriftstellern des gesamten Orients. Berlin: Verlag von Gustav Hempel, 1869. p. 831.
    in: Mehlig, Johannes (ed.). Stimmen des Orients: Arabische, persische, indische und chinesische Dichtungen. Leipzig: Insel-Verlag, 1965. p. 238f.
    Excerpt.
  • Friedrich Rückert (1788–1866): Der Besuch der jungen Frau, 3. "Hat sie nicht den Fels erstiegen"
    Hat sie nicht den Fels erstiegen, Späht sie nicht entgegen mir? Ach, was muß mein Roß erliegen, Das mich tragen soll zu ihr! Einzuwiegen meine Sorgen, Trink ich eins aus goldnen Flaschen, Statt dich heut zu überraschen, Soll ich erst dich grüßen morgen. Ist sie auf den Berg gestiegen, Späht sie dort herab nach mir? Ach, was kann mein Roß nicht fliegen! Keine Sehnsucht spornt das Tier. Zu besiegen meine Schmerzen, Leer ich dir die goldne Schale; Siehst du's nicht im Abendstrahle, Oh, so fühl's in deinem Herzen. Hat sie nicht das Dach bestiegen, Um noch einmal hinzusehn? Schlummernde Gefährten liegen, Und die müden Rosse stehn. Könnt ich fliegen, meine Wonne, Mit dem Nachtwind durch die Strecken! Schlafe wohl, ich will dich wecken Morgen mit dem Strahl der Sonne.

    in: Rückert, Friedrich. Schi-king. Chinesisches Liederbuch, gesammelt von Confucius, dem Deutschen angeeignet von Friedrich Rückert. Altona: J. F. Hammerich, 1833. p. 12f.
    in: Wollheim da Fonseca, Anton Edmund. Die National-Literatur sämtlicher Völker des Orients. Eine prosaische und poetische Anthologie aus den besten Schriftstellern des gesamten Orients. Berlin: Verlag von Gustav Hempel, 1869. p. 831.
    in: Mehlig, Johannes (ed.). Stimmen des Orients: Arabische, persische, indische und chinesische Dichtungen. Leipzig: Insel-Verlag, 1965. p. 239f.
    Excerpt.
  • Victor von Strauß (1809–1899): Liebeslied
    Ich pflückte, pflückte Kletterkraut, noch füllt es nicht des Korbes Bord, da dacht' ich seufzend auch an ihn – und auf den Heerweg warf ich's fort. Ich fuhr auf jene Felsenzinnen, kaum von den Rossen zu gewinnen, da laß ich mir den Trunk aus jenem Goldkelch rinnen, um nur nicht endlos schmerzlich nachzusinnen. Ich fuhr auf jene Bergeszinken, die Ross' entfärbten sich im Hinken, darum mußt' ich wohl aus jenem Nashornbecher trinken, um nur in Gram nicht endlos zu versinken. Ich fuhr auf jenen Klippenhang, bis jedes Roß entkräftet sank, bis alle meine Diener krank – O weh! Wie seufz' ich schon so lang'!

    in: Wentzel, Julius. Am Liederquell der Völker. Die klassische Lyrik der Weltliteratur. Leipzig: R. Voigtländer's Verlag, 1912. p. 8.
  • Victor von Strauß (1809–1899): Sehnsucht nach dem gernen Gemahl
    Ich pflückte, pflückte Klettenkraut, Noch füllt' es nicht des Korbes Nord, Da dacht' ich seufzend ach an Ihn – Und auf den Heerweg warf ich's fort. Ich fuhr auf jene Felsenzinnen, Kaum von den Rossen zu gewinnen. Da ließ ich mir den Trunk aus jenem Goldkelch rinnen, Um nur nicht endlos schmerzlich nachzusinnen. Ich fuhr auf jene Bergeszinken, Die Roß' entfärbten sich im Kinken. Drum mußt' ich wol aus jenem Nashornbecher trinken, Um nur in Gram nicht endlos zu versinken. Ich fuhr auf jenen Klippenhang, Bis jedes Roß entkräftet sank, Bis alle meine Diener krank – O weh, wie seufz' ich schon so lang!

    in: Strauß, Victor von. Schi-king. Das kanonische Liederbuch der Chinesen. Heidelberg: Carl Winter's Universitätsbuchhandlung, 1880. p. 68.

采采卷耳,不盈頃筐。 嗟我懷人,寘彼周行。 陟彼崔嵬,我馬虺隤。 我姑酌彼金罍,維以不永懷。 陟彼高岡,我馬玄黃。 我姑酌彼兕觥,維以不永傷。 陟彼砠矣,我馬瘏矣。 我僕痡矣,云何吁矣。