緇衣
Anonymous (Shijing)
緇衣之宜兮,敝予又改為兮。
適子之館兮,還予授子之粲兮。
緇衣之好兮,敝予又改造兮。
適子之館兮,還予授子之粲兮。
緇衣之蓆兮,敝予又改作兮。
適子之館兮,還予授子之粲兮。
Freude am schwarzen Hoforden Johann Cramer
— in: Cramer, Johann (ed.). Schi-King, oder Chinesische Lieder, gesammelt von Confucius. Neu und frei nach A. La Charme's lateinischer Übersetzung bearbeitet. Fürs deutsche Volk hg. von Johann Cramer, Das himmlische Reich. Oder China's Leben, Denken, Dichten und Geschichte, 4 vols. Crefeld: Verlag der J. H. Funcke'schen Buchhandlung, 1844. p. 60f.
Er trägt Tag aus, er trägt Tag ein
Sein schwarzes Hofmannskleid;
Und mag's auch abgetragen sein,
Es thut ihm doch nicht leid.
Ich mach' ihm selbst ein neues dann,
Ich näh' es und ich füge dran
Viel glänzendes Geschmeid.
Er legt an allen Tagen an
Sein schwarzes Hofmannskleid;
Ich seh' es mit Behagen an,
Die Andern nur mit Neid.
Sie neiden ihm wohl nicht das Kleid,
Nein, nein, sie tragen darum Neid,
Weil er ein schöner Mann.
An allen Tagen geht er aus
Im schwarzen Hofgewand;
Drin kommt er zu mir in mein Haus,
Und bringt ein Liebespfand.
Von seiner Liebe zeugt es mir;
Ach, blieb' er doch nur immer hier!
Sein Stand treibt ihn nach Haus.
Er ziehet an wohl jeden Tag
Das schwarze Hofmannskleid,
So wie die Sonn' sich neigen mag,
Ist er von mir nicht weit.
Er legt's ab, wenn herein er tritt,
Und geht er, nimmt er's wieder mit,
So macht er's Tag um Tag.
An all und jedem Tag er trägt
Sein schwarzes Hofgewand;
Was drüber ich in mir gehegt,
Das ist ihm unbekannt:
So wie das Kleid er abgelegt,
Behalt' ich es in strenger Wacht,
Dann bleibt er Tag und Nacht.
Einfall Albert Ehrenstein (1886–1950)
— in: Ehrenstein, Albert. Chinesische Dichtungen. Lyrik, Werke. München: Klaus Boer Verlag, 1995. p. 24f.
Er trägt an allen Tagen
Sein schwarzes Hofmannskleid;
Und ist es abgetragen,
So ist es ihm nicht leid;
Ich mach ihm gern ein neues,
Ich näh und überstreu es
Mit glänzendem Geschmeid
Er trägt an allen Tagen
Sein schwarzes Hofmannskleid;
Ich seh es mit Behagen,
Die andern sehn's mit Neid.
Ihr neidet nicht das Kleid,
Ihr traget schweren Neid,
Weil ihr so schön nicht seid
Wie er, mein Lustgeschmeid.
Er trägt an allen Tagen
Sein schwarzes Hofgewand.
Er bringt – ich darf nicht klagen –
Mir jeden Tag ein Pfand,
Ein Pfand von seiner Liebe;
Wenn er nur länger bliebe!
Das wehret ihm sein Stand.
Er trägt an allen Tagen
Sein schwarzes Hofgewand.
Und kommt – ich will nicht klagen –
So oft der Abend schwand.
Legt's ab, so wie er naht;
Und wenn er geht, dann hat
Ein neues er von meiner Hand.
Er trägt an allen Tagen
Die schwarze Hofmannstracht.
Ich will es ihm nicht sagen,
Was ich mir ausgedacht:
Wenn er das Kleid legt nieder,
So geb ich's ihm nicht wieder,
Dann bleibt er Tag und Nacht.
Die Freude am schwarzen Hofrock Friedrich Rückert (1788–1866)
— in: Cramer, Johann (ed.). Schi-King, oder Chinesische Lieder, gesammelt von Confucius. Neu und frei nach A. La Charme's lateinischer Übersetzung bearbeitet. Fürs deutsche Volk hg. von Johann Cramer, Das himmlische Reich. Oder China's Leben, Denken, Dichten und Geschichte, 4 vols. Crefeld: Verlag der J. H. Funcke'schen Buchhandlung, 1844. p. 89f.
— in: Jolowicz, Heinrich (ed.). Der poetische Orient. Leipzig: Verlag von Otto Wigand, 1853. p. 11f.
— in: Oehlke, Waldemar. Chinesische Lyrik und Sprichwörter. Bremen-Horn: Walter Dorn-Verlag, 1952. p. 25f.
Er trägt an allen Tagen
Ein schwarzes Hofmannskleid;
Und ist es abgetragen,
So ist es ihm nicht leid;
Ich mach' ihm selbst ein neues,
Ich näh' und überstreu' es
Mit glänzendem Geschmeid.
Er trägt an allen Tagen
Ein schwarzes Hofmannskleid;
Ich seh' es mit Behagen,
Die andern sehn's mit Neid.
Ihr neidet nicht das Kleid ihm,
Ihr traget darum Neid ihm,
Weil ihr so schön nicht seid.
Er trägt an allen Tagen
Ein schwarzes Hofgewand.
Er bringt – ich darf nicht klagen –
Mir jeden Tag ein Pfand,
Ein Pfand von seiner Liebe;
Wenn er nur bei mir bliebe!
Das wehret ihm sein Stand.
Er trägt an allen Tagen
Ein schwarzes Hofgewand,
Und kommt – ich darf nicht zagen –
So oft ein Abend schwand.
Ablegt er's, wie er nahet;
Und wenn er geht, empfahet
Er's neu aus meiner Hand.
Er trägt an allen Tagen
Die schwarze Hofmannstracht.
Ich will es ihm nicht sagen,
Was ich mir ausgedacht:
Wenn er das Kleid legt nieder,
So geb' ich's ihm nicht wieder,
Dann bleibt er Tag und Tag.
— in: Jolowicz, Heinrich (ed.). Der poetische Orient. Leipzig: Verlag von Otto Wigand, 1853. p. 11f.
— in: Oehlke, Waldemar. Chinesische Lyrik und Sprichwörter. Bremen-Horn: Walter Dorn-Verlag, 1952. p. 25f.
Das schwarze Hofmannskleid Friedrich Rückert (1788–1866)
— in: Sekles, Bernhard (ed.). Aus dem Schi-King. Leipzig: D. Rahter, 1907. p. 11.
Er trägt an allen Tagen
Sein schwarzes Hofmannskleid;
Und ist es abgetragen,
So ist es ihm nicht leid.
Ich mach ihm selbst ein neues
Und näh und überstreu es
Mit glänzendem Geschmeid.
Er trägt an allen Tagen
Sein schwarzes Hofgewand;
Er kommt, ich darf nicht klagen,
So oft ein Abend schwand,
Abgelegt er's, wenn er nahet,
Und wenn er geht, empfahet
Er's neu aus meiner Hand.
Er trägt an allen Tagen
Die schwarze Hofmannstracht.
Ich will es ihm nicht sagen,
Was ich mir ausgedacht.
Wenn er das Kleid legt nieder,
So geb ich's ihm nicht wieder,
Dann bleibt er Tag und Nacht.
Ergebenheitsbezeugungen des Volks für den Fürsten Wu (773-742) Victor von Strauß (1809–1899)
— in: Strauß, Victor von. Schi-king. Das kanonische Liederbuch der Chinesen. Heidelberg: Carl Winter's Universitätsbuchhandlung, 1880. p. 153.
Das schwarze Kleid, wie steht es ihm so schicklich!
Ist's abgetragen, so erneu'n wir's augenblicklich.
Auf! geh'n wir zu des Herrn Palast und Saale,
Und senden, heimgekehrt, dem Herrn Gerichte hin zum Mahle.
Das schwarze Kleid, wie steht's ihm so erfreulich!
Ist's abgetragen, so erneuen wir's getreulich.
Auf! geh'n wir zu des Herrn Palast und Saale,
Und senden, heimgekehrt, dem Herrn Gerichte hin zum Mahle.
Das schwarze Kleid, wie steht es ihm so füglich!
Ist's abgetragen, so erneu'n wir's unverzüglich.
Auf! geh'n wir zu des Herrn Palast und Saale,
Und senden, heimmgekehrt, dem Herrn gerichte hin zum Mahle.