Yan ge xing er shou (1) "Qiu feng xiao se tian qi liang" 燕歌行二首 (其一) "秋風蕭瑟天氣涼"

by Cao Pi 曹丕 (187–226)

Dynasty: Cao Wei 曹魏 (220–265)

Included in: Lu Qinli 逯欽立 (ed.). Xian Qin Han Wei Jin Nanbeichao shi 先秦漢魏晉南北朝詩 Beijing: Zhonghua shuju, 1983. Weishi 魏詩 4.394.

Compare translations

Translations

4
  • Alfred Forke (1867–1944): Herbst
    Der Herbstwind seufzt und stöhnet, Die Luft weht kalt und rauh, Es fallen Blätter und Zweige, Zu Reif erstarrt der Tau. Die Schwalbenzüge scheiden, Wildgänse ziehn gen Süd. Ich denke, wie einsam du wanderst, Und Schmerz erfüllt mein Gemüt. Betrübt wohl sinnst du auf Rückkehr; Dich zieht's zu der Heimat fort. Warum, mein Herr, denn zauderst Du noch an fremdem Ort? Verlassen ist deine Gattin, Und ihre Kammer leer. Sie denkt ihres Herrn mit Schmerzen, Vergißt ihn nimmermehr. Bis auf mein Kleid hernieder Ergießt sich mein Tränenquell. Ich greif' in die Saiten der Zither Und lasse sie tönen hell. Doch kurz nur ist mein Liedchen: Viel singen kann ich nicht. Mein ödes Bett bestrahlet Des Mondes weißes Licht. Die Sterne im Westen versinken, Noch ist nicht die Nacht zu End'. Der "Hirt" zu dem "Webermädchen" Aus weiter Ferne entbrennt. Was habt ihr nur verbrochen, Daß ihr vom Strom getrennt?

    in: Forke, Alfred. Dichtungen der Tang- und Sung-Zeit, Veröffentlichungen des Seminars für Sprache und Kultur Chinas an der Hamburgischen Universität. Hamburg: Friederichsen, de Gruyter & Co., 1929. p. 14f.
  • Alfred Forke (1867–1944): No title ("Verlassen ist deine Gattin")
    Verlassen ist deine Gattin, Und ihre Kammer leer. Sie denkt ihres Herrn mit Schmerzen, Vergißt ihn nimmermehr. Bis auf mein Kleid hernieder Ergießt sich mein Tränenquell. Ich greif' in die Saiten der Zither Und lasse sie tönen hell. Doch kurz nur ist mein Liedchen: Viel singen kann ich nicht, Mein ödes Bett bestrahlet Des Mondes weißes Licht. Die Sterne im Westen versinken, Noch ist nicht die Nacht zu End'. Der "Hirt" zu dem "Webermädchen" Aus weiter Ferne entbrennt. Was habt ihr nur verbrochen, Daß ihr vom Strom getrennt?

    in: Fink-Henseler, Roland W. (ed.). Brevier fernöstlicher Weisheit. Sprichwörter, Aphorismen und Gedichte aus Japan und China. Bayreuth: Gondrom Verlag, 1984. p. 93f.
    The first 6 verses of the poem are not included in the translation.
  • Karl Ganter (1945–2007): No title ("Der kalte Herbstwind pfeift wie eine schrille Geige")
    in: Ganter, Karl. Gedichte und Lieder aus dem alten China. Düsseldorf: Selbstverlag, 1989. p. 7.
  • Erwin von Zach (1872–1942): Das Lied vom Lande Yen
    Der Herbstwind bläst traurig einher; das Wetter ist kalt. Die Vegetation verwelkt; der Tau wird zum Frost. Die Schwalben verlassen das Land und begeben sich in die Heimat; auch die Wildgans fliegt nach Süden. Sobald ich daran denke, dass Du in der Fremde umherwanderst, ist mein Inneres von Sehnsucht zerrissen. Wenn Du wirklich unbefriedigt von der Fremde und voll Liebe zur alten Heimat an die Rückkehr denkst, Warum verbleibst Du noch immer zögernd so lange im Ausland? Ich armes Weib hüte allein mein leeres Gemach (d.h. ich bin Dir treu geblieben). Wenn die Trauer mich überkömmt, ist es weil ich an Dich denke und Dich nicht zu vergessen wage. Unwillkürlich beginnen meine Tränen zu fliessen und benetzen meine Gewänder. Ich nehme die Laute und lasse ihre Saiten ertönen; es erheben sich helle, traurige Klänge. Ich singe nur ein kurzes Lied mit leiser Stimme; denn (vor Kummer) kann ich mein Singen nicht lange fortsetzen. Der klare Mond scheint strahlend auf mein Bett. Die Milchstrasse wendet sich nach Westen; die Nacht hat ihre Mitte noch nicht erreicht. Die beiden Sterne (Rinderhirt und Weberin) schauen aus der Ferne auf einander. Was habt Ihr allein wohl verbrochen, dass Euch die Milchstrasse trennt? (d.h. auch ich bin, wie die Weberin, weit getrennt von meinem Gatten.)

    in: Zach, Erwin von. Die chinesische Anthologie, Harvard Yenching Institute Studies 18. Cambridge, Massachusetts: Harvard University Press, 1958. p. 480f.

秋風蕭瑟天氣涼。草木搖落露為霜。 群燕辭歸雁南翔。念君客遊多思腸。 慊慊思歸戀故鄉。君何淹留寄他方。 賤妾煢煢守空房。憂來思君不敢忘。 不覺淚下沾衣裳。授琴鳴絃發清商。 短歌微吟不能長。明月皎皎照我床。 星漢西流夜未央。牽牛織女遙相望。 爾獨何辜限河梁。