Qiu huai shi 秋懷詩

by Xie Huilian 謝惠連 (407–433)

Dynasty: Liu Song 劉宋 (420–479)

Included in: Lu Qinli 逯欽立 (ed.). Xian Qin Han Wei Jin Nanbeichao shi 先秦漢魏晉南北朝詩 Beijing: Zhonghua shuju, 1983. Songshi 宋詩 4.1194.

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  • Erwin von Zach (1872–1942): Herbstgedanken
    Obwohl ich mein ganzes Leben ehrgeizlos war, bin ich doch seit meiner Jugend von Kummer und Betrübnis erfüllt. Wie kann ich nun bei diesem schweren Kummer auch noch das Herbstende ertragen? Hell leuchtet der weisse Mond am Himmel; wie herrlich funkeln die glänzenden Sterne der Milchstrasse! Die windumbrauste Zikade zittert vor Kälte; in ferner Höhe durchzieht die Wildgans unter lauten Schreien die Wolken. Der kalte Herbstwind macht mein einsames Gemach erbeben; eine einzelne Lampe brennt düster vor den Bettvorhängen. Infolge der zahlreichen in meinem Herzen angehäuften Sorgen bin ich in steter Unruhe; die Hälfte der langen Nacht wälze ich mich schlaflos auf meinem Bett herum. Friedliche oder unruhige Zeiten können vorher nicht bestimmt werden; Glück oder Unglück können nicht im Vorhinein berechnet werden. Obwohl ich die Gleichgültigkeit (Unbekümmertheit) des [Ssu-ma] Hsiang-ju lobe, billige ich nicht sein Selbstbewusstsein und Ungebundenheit. Ich freue mich über Chen Chün's Sichzurückziehen ins Privatleben, aber mir gefällt nicht, dass er danach noch Titel und Gehalt eines Ministerialdirektors angenommen hat (obwohl er schon Privatmann war). Das Herz dieser Männer des Altertums begreife ich nicht. (Doch wozu soll ich mir darüber Gedanken machen?) Einstweilen will ich mich in Übereinstimmung mit meiner Natur dem Vergnügen hingeben. Kommen Gäste an, lasse ich Wein bringen; erscheinen (kongeniale) Freunde, müssen Gedichte verfasst (die Pinsel in Tusche getaucht) werden. Sehen wir einen hohen Söller, steigen wir sofort hinauf; seichtes, durchsichtiges Wasser wird manchmal gerne von uns durchwatet. Der abnehmende Mond wird in diesem Monat nicht nochmals rund; die sinkende Sonne kennt (am selben Tage) kein zweites Aufgehen (d.h. die Zeit geht unaufhaltsam vorüber). Erz und Stein gehen schliesslich auch zugrunde; Malereien verlieren schon nach kurzer Zeit ihren schönen Glanz. Jeder von uns sollte sich so viel wie möglich der Jugend erfreuen, damit er nicht einst mit weissen Haaren seufzend Reue empfinde (weil er das Leben nicht genossen hat). Deswegen singe ich diese Verse, die zusammen ein langes Gedicht bilden, um in ihnen meinen Verwandten und Bekannten meine Gefühle darzulegen.

    in: Zach, Erwin von. Die chinesische Anthologie, Harvard Yenching Institute Studies 18. Cambridge, Massachusetts: Harvard University Press, 1958. p. 359f.

平生無志意。少小嬰憂患。 如何乘苦心。矧復值秋晏。 皎皎天月明。奕奕河宿爛。 蕭瑟含風蟬。寥唳度雲雁。 寒商動清閨。孤燈曖幽幔。 耿介繁慮積。展轉長宵半。 夷險難豫謀。倚伏昧前算。 雖好相如達。不同長卿慢。 頗悅鄭生偃。無取白衣宦。 未知古人心。且從性所翫。 賓至可命觴。朋來當染翰。 高臺驟登踐。清淺時陵亂。 頹魄不再圓。傾羲無兩旦。 金石終銷毀。丹青暫彫煥。 各勉玄髮歡。無貽白首歎。 因歌遂成賦。聊用布親串。