You chi shi jin fan hai shi 遊赤石進帆海詩
by Xie Lingyun 謝靈運 (385–433)
Dynasty: Liu Song 劉宋 (420–479)
Included in: Lu Qinli 逯欽立 (ed.). Xian Qin Han Wei Jin Nanbeichao shi 先秦漢魏晉南北朝詩 Beijing: Zhonghua shuju, 1983. Songshi 宋詩 2.1162.
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Erwin von Zach (1872–1942): Ich besuche den Roten Felsen und fahre auf einem Segelboot ins Meer hinaus
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Jetzt am Beginn des Sommers ist das Wetter noch kühl und milde; die duftenden Kräuter (die in der Sommerhitze vertrocknen) sind auch noch nicht alle verwelkt. Ich verbleibe am Ufer des Meeres von Morgen bis Abend; während dieser Zeit erheben sich wiederholt dunkle Wolken und verschwinden wieder. Ich blicke überall umher und ermüde vom Suchen der Grenzen des unendlichen Ozeans; wie erst wenn man die graslosen Wüsten des Nordens überschauen würde! Der Herrscher der Gewässer zeigt gerade jetzt keine Bewegung; auch der Wassergeist T'ien-wu ist in Ruhe und wirft keine Wellen auf. Ich hisse mein Segel, um (essbares) Felsenmoos pflücken zu gehen; ich fahre mit meinem Segler hinaus, um Meeresquallen zu sammeln. Die Flut erscheint plötzlich ohne vorherige Anzeichen, aber mein leichtes Boot (worin ich allein sitze) überwindet alle Schwierigkeiten. Einst fuhr [Lu] Chung-lien aufs Meer hinaus, denn er wollte von einer Belohnung durch den Herzog von Ch'i nichts wissen; Tzu-mou (Texts of Taoism I 387) dagegen (obwohl an der Küste des Meeres lebend) sehnte sich nach dem Palaste des Wei-Fürsten. Wenn einer nach Ruhm strebt (wie Tzu-mou), ist seine Ethik noch unvollkommen; wenn jemand in sich selbst seine Befriedigung findet (wie Lu Chung-lien), kann er die Aussenwelt vernachlässigen. Ich möchte mich nach den Worten des T'ai-kung-jen (Texts of Taoism II 33) richten (der da meinte, dass ein gerader Baum, weil deutlich sichtbar, zuerst gefällt werde); so werde ich vielleicht vermeiden, in jungen Jahren ins Unglück zu stürzen (dadurch dass ich mich von der Welt zurückziehe).–
in: Zach, Erwin von. Die chinesische Anthologie, Harvard Yenching Institute Studies 18. Cambridge, Massachusetts: Harvard University Press, 1958. p. 340f.
首夏猶清和。芳草亦未歇。 水宿淹晨暮。陰霞屢興沒。 周覽倦瀛壖。況乃陵窮髮。 川后時安流。天吴靜不發。 揚帆採石華。掛席拾海月。 溟漲無端倪。虛舟有超越。 仲連輕齊組。子牟眷魏闕。 矜名道不足。適己物可忽。 請附任公言。終然謝天伐。