Chou cong di hui lian shi 酬從弟惠連詩

by Xie Lingyun 謝靈運 (385–433)

Dynasty: Liu Song 劉宋 (420–479)

Included in: Lu Qinli 逯欽立 (ed.). Xian Qin Han Wei Jin Nanbeichao shi 先秦漢魏晉南北朝詩 Beijing: Zhonghua shuju, 1983. Songshi 宋詩 3.1175f.

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  • Erwin von Zach (1872–1942): Ich beantworte das Gedicht meines jüngeren Vetters [Hsieh] Hui-lien
    Krank daniederliegend hatte ich mich von meinen Mitmenschen zurückgezogen und lebte verborgen in den himmelragenden Bergen. Auf Felsen und Schluchten waren meine Sinne gerichtet, und ich war getrennt von Stimme und Antlitz meiner Freunde und Verwandten. Meine Hoffnung, mich ihres Umgangs zu erfreuen, war für immer vorüber; stets trauerte ich darüber, dass ich mit ihnen nicht zusammen sein könnte. Schliesslich geschah es, dass Du, mein lieber jüngerer Vetter, mich besuchtest; mein Gesicht heiterte sich auf, es weitete sich das Herz in der Brust. Und nachdem sich mein Herz geweitet hatte, fühlte ich mich zufrieden; und dies alles nur infolge Deines Besuches. Du überschrittest Schluchten, um mich in meiner Klause aufzusuchen; Du öffnetest meine Bücher und fragtest mich [wegen schwieriger Stellen], die ich vielleicht erklären könnte. Nachts war ich besorgt, dass der Mond allzufrüh unterginge; bei Tage verwünschte ich, dass die Dämmerung allzuschnell heraufkäme. Wir sprachen fortwährend mit einander, ohne jemals Überdruss zu empfinden; doch auch für uns kam schliesslich die Trennung, weil stets auf Vereinigung Trennung folgen muss. Unsere Trennung erfolgte in Hsi-ch'uan (wohin ich Dich begleitete), worauf ich wieder in die Ostberge zurückkehrte. Im Momente des Abschieds war mein Kummer schon tief; nach der Trennung hörte meine Betrübnis nicht mehr auf. In meiner Sehnsucht wartete ich auf gute Nachricht von Dir; und wirklich erhielt ich von Dir ein Gedicht, worin Du von Deinem (vereitelten) Übergang über den [Che-]Strom sprichst. Darin las ich Deine Kämpfe mit Sturm und Wogen, ferner liebenswürdige Worte, die Du zwischen Ufer und Inseln verfasstest. Nachdem Du zwischen Ufer und Inseln lange gewartet hattest, konntest Du wegen Wind und Wogen nur langsam vorwärtskommen. Du dachtest natürlich ausschliesslich daran, so bald wie möglich die Hauptstadt zu erreichen; wie hättest Du noch an mich im öden Tal [der Ostberge] denken können? Trotzdem hast Du die Liebenswürdigkeit gehabt, mir jenes Gedicht zu senden, das meine Sehnsucht nach Dir nur vergrössert. Wenn Du wirklich die Absicht hast, hierher zurückzukehren könnten wir uns zusammen am Frühlingsende ergötzen. Obwohl dasselbe noch nicht gekommen ist, ist doch auch der zweite Lenzmonat für Wanderungen schon sehr geeignet. (Um diese Zeit) öffnen die Bergpfirsiche ihre roten Blüten; die Farnkräuter der Wildnis zeigen ihre eingerollten violetten Blätter. Der Gesang der Vögel ist schon herrlich zu hören; aber in meiner Einsamkeit bin ich doch noch zu betrübt (Legge III 161), um mich daran zu ergötzen. Selbst in meinen Träumen warte ich auf Dein heimkehrendes Boot; durch Deine Rückkehr kannst Du mich aus meiner bäurischen Einfalt und meiner schwer zu ertragenden Sehnsucht befreien.

    in: Zach, Erwin von. Die chinesische Anthologie, Harvard Yenching Institute Studies 18. Cambridge, Massachusetts: Harvard University Press, 1958. p. 433f.

寢瘵謝人徒。滅迹入雲峯。 巖壑寓耳目。歡愛隔音容。 永絕賞心望。長懷莫與同。 末路值令弟。開顏披心胸。 心胸既云披。意得咸在斯。 凌澗尋我室。散帙問所知。 夕慮曉月流。朝忌曛日馳。 悟對無厭歇。聚散成分離。 分離別西川。迴景歸東山。 別時悲已甚。別後情更延。 傾想遲嘉音。果枉濟江篇。 辛勤風波事。欵曲洲渚言。 洲渚既淹時。風波子行遲。 務協華京想。詎存空谷期。 猶復惠來章。祇足攪余思。 儻若果歸言。共陶暮春時。 暮春雖未交。仲春善遊遨。 山桃發紅蕚。野蕨漸紫苞。 嚶鳴已悅豫。幽居猶鬱陶。 夢寐佇歸舟。釋我吝與勞。