日本刀歌
Ouyang Xiu 歐陽修 (1007–1072)
昆夷道遠不復通,世傳切玉誰能窮。
寶刀近出日本國,越賈得之滄海東。
魚皮裝貼香木鞘,黃白閑雜鍮與銅。
百金傳入好事手,佩服可以禳妖凶。
傳聞其國居大島,土壤沃饒風俗好。
其先徐福詐秦民,採藥淹留丱童老。
百工五種與之居,至今器玩皆精巧。
前朝貢獻屢往來,士人往往工詞藻。
徐福行時書未焚,逸書百篇今尚存。
令嚴不許傳中國,舉世無人識古文。
先王大典藏夷貊,蒼波浩蕩無通津。
令人感激坐流涕,鏽澁短刀何足云。
Das japanische Schwert Alfred Forke (1867–1944)
— in: Forke, Alfred. Dichtungen der Tang- und Sung-Zeit, Veröffentlichungen des Seminars für Sprache und Kultur Chinas an der Hamburgischen Universität. Hamburg: Friederichsen, de Gruyter & Co., 1929. p. 115-117.
Weit ist's bis zum Land der Kun-yi;
Man gelangt dahin nur schwer.
Edelsteine soll'n sie schnitzen,
Doch wer weiß, ob wahr die Mär'.
Kürzlich kam ein Schwert gar kostbar
Aus dem Lande Japan her.
Es erwarb ein Yüeh Kaufmann,
Östlich von dem weiten Meer.
Duft'ges Holz war seine Scheide;
Eine Fischhaut klebte dran,
Und wie Gold und Silber zierten
Bronze es und Argentan.
Hundert Unzen ein Liebhaber
Für das Schwert dem Händler gab,
Denn er schätzte es und wehrte
Damit böse Geister ab.
Jenes Land ist eine große
Insel, sagt man uns, im Meer.
Reich und fruchtbar ist der Boden,
Und es herrscht dort Zucht und Ehr'.
Einst in alter Zeit betörte
Hsü Fu vieles Volk in Tch'in,
Um den Lebenssaft zu suchen
Führte Knaben er dorthin.
Und es sind von fünf Gewerben
Künstler auch mit ihm gereist.
Ihre Werke man noch heute
Als sehr schön und kunstvoll preist.
Unter früher'n Herrschern kamen
Oft Gesandte mit Tribut,
Und den feinen Stil verstanden
Dortige Gelehrte gut.
Zu der Zeit, als Hsü Fu reiste,
War noch nicht der Bücherbrand:
Viele längst verscholl'ne Werke
Sind noch jetzt in jenem Land.
Daß man sie nach China sende,
Hindert ein Verbot gar streng.
Niemand ist dort, dem zu deuten
Jene alte Schrift geläng'.
Satzungen der alten Fürsten
Birgt ein Land der Barbarei.
Durch die Flut der blauen Wogen
Steht der Zugang uns nicht frei.
Der Gedanke hat zu Tränen
Manches Auge schon gerührt,
Und dem rostbedeckten Kurzschwert
Kaum Erwähnung noch gebührt.