贈何劭王濟詩
Fu Xian 傅咸 (236–294)
朗陵公何敬祖。咸之從內兄。 國子祭酒王武子。咸從姑之外孫也。 並以明德見重於世。咸親之重之。 情猶同生。義則師友。何公既登侍中。 武子俄而亦作。二賢相得甚歡。 咸亦慶之。然自限闇劣。雖願其繾綣。 而從之末由。歷試無效。且有家艱。 心存目替。賦詩申懷以貽之。 日月光太清。列宿曜紫微。 赫赫大晉朝。明明闢皇闈。 吾兄既鳳翔。王子亦龍飛。 雙鸞遊蘭渚。二離揚清暉。 攜手升玉階。並坐侍丹帷。 金璫綴惠文。煌煌發令姿。 斯榮非攸庶。繾綣情所希。 豈不企高蹤。麟趾邈難追。 臨川靡芳餌。何為守空坻。 槁葉待風飄。逝將與君違。 違君能無戀。尸素當言歸。 歸身蓬蓽廬。樂道以忘飢。 進則無云補。退則恤其私。 但願隆弘美。王度日清夷。
Ich widme dieses Gedicht dem Ho Shao und Wang Chi Erwin von Zach (1872–1942)
— in: Zach, Erwin von. Die chinesische Anthologie, Harvard Yenching Institute Studies 18. Cambridge, Massachusetts: Harvard University Press, 1958. p. 408f.
Einleitung: Ho Shao, Herzog von Lang-ling-chün, ist ein älterer Vetter meiner Frau; Wang Chi, Opferbeamter der [kaiserlichen Akademie] kuo-tzu[-chien], ist ein Enkel einer fernen Tante (väterlicherseits). Beide sind wegen ihrer hervorragenden Tugend hochgeschätzt in der Welt; und auch ich liebe und verehre sie. Ich empfinde dieselben verwandtschaftlichen Gefühle für sie wie für leibliche Brüder und hege gleiche Freundschaft für sie wie für einen Lehrer oder Kameraden. Ho Shao wurde Ministerialsekretär, und bald darauf Wang Chi ebenfalls. Diese beiden würdigen Männer freuten sich jeder über das Glück des Andern und auch ich nahm herzlichen Anteil an ihrer Ernennung. Ich bedauerte nur meine Unfähigkeit und Beschränktheit; obwohl ich gerne neben ihnen gedient hätte, hatte ich keine Möglichkeit, ihnen (in ihrer amtlichen Laufbahn) zu folgen. Ich machte wiederholt Versuche emporzukommen, aber ohne Erfolg; überdies gab es Todesfälle in meiner Familie (weswegen ich mich für einige Zeit ins Privatleben zurückziehen musste). So konnte ich nur ein Gedicht verfassen und darin meine Gefühle ausdrücken; die Verse, die ich ihnen widmete, lauten wie folgt: Sonne und Mond (d.h. der Kaiser) erglänzen im weiten Luftraum; die Sternbilder (d.s. die Beamten) helfen mit ihrem Licht den Palast Gottes (Tzu-wei-kung) zu erleuchten. Wie majestätisch ist die grosse Chin-Dynastie! Weit ist das mächtige Thor geöffnet für die würdigen Männer, die dem Kaiser helfen wollen. Nachdem sich mein älterer Vetter [Ho Shao] wie ein Phönix erhoben hatte, flog nun auch [mein Verwandter] Wang Chi wie ein Drachen empor. Wie zwei Pfaufasane wandert Ihr über die Orchideen-Insel (d.i. die kaiserliche Kabinettskanzlei); wie zwei Paradiesvögel zeigt Ihr Eure keusche Schönheit. Euch gegenseitig an der Hand führend steigt Ihr die Stufen der Thronhalle empor; Ihr sitzet neben einander und dienet (dem Kaiser) hinter den roten Vorhängen (Eures Amtes). Goldene Ornamente sind auf Euren Amtsmützen angebracht; ihr Glanz vergrössert Euer würdiges Aussehen. Solche Pracht [der Uniform] kann ich nicht erhoffen; ich wünschte nur ein engeres Zusammenleben mit Euch. Nicht etwa dass ich Euren hohen Leistungen nicht nachstrebe, aber es ist unmöglich für mich [Euch einzuholen], die Ihr mit der Schnelligkeit eines Einhorns in die Weite eilet. Am Ufer des Flusses sitzend ermangle ich des schmackhaften Köders, um Fische zu fangen (d.h. mir fehlte es an Begabung, um vorwärtszukommen); wozu sollte ich noch länger hier auf Erfolg warten? Ich bin wie ein verdorrtes Blatt, das auf den Wind wartet, der es herabweht; ich möchte Euch verlassen (und in die Heimat zurückkehren). Wird diese Trennung etwa für mich nicht schmerzlich sein? Aber bei meiner Unbrauchbarkeit im Amt bleibt mir wirklich nichts anderes übrig. Ich werde daher zu meiner schilfgedeckten Hütte zurückkehren, wo ich mich der Lehre des Konfuzius erfreuen und des Hungers vergessen will. Um im Staatsdienst vorwärtszukommen, besitze ich keine Fähigkeiten; wenn ich mich zurückziehe, kann ich wenigstens meinen eigenen Neigungen folgen. Ich wünsche nur, dass Ihr Eure grossen Talente weiter entwickelt; dann wird die kaiserliche Regierung mit jedem Tage grössere Vollkommenheit zeigen.