麟之趾
Anonymous (Shijing)
麟之趾 ,振振公子,于嗟麟兮。
麟之定,振振公姓,于嗟麟兮。
麟之角,振振公族,于嗟麟兮。
Ki-Ling, das Einhorn China's Johann Cramer
— in: Cramer, Johann (ed.). Schi-King, oder Chinesische Lieder, gesammelt von Confucius. Neu und frei nach A. La Charme's lateinischer Übersetzung bearbeitet. Fürs deutsche Volk hg. von Johann Cramer, Das himmlische Reich. Oder China's Leben, Denken, Dichten und Geschichte, 4 vols. Crefeld: Verlag der J. H. Funcke'schen Buchhandlung, 1844. p. 7f.
— in: Jolowicz, Heinrich. Blüthenkranz morgenländischer Dichtung. Breislau: Verlag von Eduard Trewendt, 1860. p. 77-79.
Ki-Ling, das edle Thier,
Wohl kein geringes Wunder,
Ist gar ein seltsam Ding.
Ein ehern Horn es trägt
Ganz vorn an seiner Stirn
Und stößt kein Thier erbos't.
Es gehet nie zu Zweien,
Und ist auch nicht gepaart,
Einzig in seiner Art;
Welch Wunder! von den schmucken,
Von allen Königssöhnen
Ist jeder einzig ein Ki-Ling.
Ki-Ling das edle Thier,
Vom Jäger eingefangen
Ist gar ein Wunderding,
Hat einen ehern Huf,
Doch trat es nie zu Schanden
Ein einzig Gräfelein,
An seinem Leibe zeigt
Fünf Farben es vereint,
Daß es gar sonder scheint.
Welch Wunder! ja von allen
Des Königs Anverwandten
Ist jeder einzeln ein Ki-Ling.
Ki-Ling, das edle Thier,
Einzig im Weltenall,
Ist wohl ein Wunderding,
Es gehet starken Gang,
Doch nicht tritt auf es hart,
Kein Wurm zertreten ward.
Die Stärke hat's vom Roß;
Die Sanftmuth von dem Lamme,
Ein musterhaftes Thier!
Welch größ'res Wunder gibt's?
Ein jeder Königsvetter
Ist grad so ein Ki-Ling.
— in: Jolowicz, Heinrich. Blüthenkranz morgenländischer Dichtung. Breislau: Verlag von Eduard Trewendt, 1860. p. 77-79.
Ki-ling Ernst Meier (1813–1866)
— in: Meier, Ernst. Morgenländische Anthologie. Klassische Dichtungen aus der sinesischen, indischen, persischen und hebräischen Literatur. Leipzig: Verlag des Bibliographischen Instituts, 1875. p. 32.
Wer staunt nicht an das Thier Ki-ling
Mit seinen Füßen?
O welch ein Wunderding!
Der Kaiser zeugt wohl manches Kind,
Doch jedes er nicht besser findt
Als wie ein zweites Ki-ling.
Wer staunet dich nicht an, Ki-ling,
Mit deiner Stirne?
O welch ein Wunderding!
Wie Viel' dem Kaiser blutsverwandt,
Die Besten, welche sind bekannt,
Sie sind ein zweites Ki-ling.
Wer staunet dich nicht an, Ki-ling,
Mit deinem Horne?
O welch ein Wunderding!
Des Kaisers hochberühmt Geschlecht
Mit allen Gliedern, schlecht und recht,
Ist jedes nur ein Ki-ling.
Glückseligkeit des Landes Carl Friedrich Neumann (1793–1870)
— in: Jolowicz, Heinrich (ed.). Der poetische Orient. Leipzig: Verlag von Otto Wigand, 1853. p. 9.
Die Füsse des Lin sind die treuen Fürsten. O das Lin!
Das Haupt des Lin sind die treuen, edlen Geschlechter. O das Lin!
Das Horn des Lin sind die treuen, edlen Stämme. O das Lin!
Ki-Ling, das chinesische Einhorn Friedrich Rückert (1788–1866)
— in: Rückert, Friedrich. Schi-king. Chinesisches Liederbuch, gesammelt von Confucius, dem Deutschen angeeignet von Friedrich Rückert. Altona: J. F. Hammerich, 1833. p. 17f.
Das edle Thier Ki-Ling,
Ein Wunder nicht gering,
Ist wohl ein seltnes Ding.
Es trägt ein ehern Horn
An seiner Stirne vorn,
Stößt doch kein Thier im Zorn.
Es gehet nie geschaart,
Es gehet nie gepaart,
Ist einzig seiner Art.
O welches Wunder! von den schönen,
Von allen unsres Königs Söhnen
Ist jeder einzig ein Ki-Ling.
Das edle Thier Ki-Ling,
Das nie ein Jäger fing,
Ist wohl ein Wunderderding.
Es trägt ein ehern Huf,
Doch nie sein Fußtritt schuf
Des Gräsleins Weheruf.
An seinem Leib vereint
Fünffache Farb' erscheint,
Daß man zu träumen meint.
O welches Wunder! von gesammten
Des Königstammes Angestammten
Ist jeder einzeln ein Ki-Ling.
Das edle Thier Ki-Ling,
Einzig im Weltenring,
Ist wohl ein Wunderding.
Es führet starken Schritt,
Tritt hart nicht auf damit,
Kein Wurm darunter litt.
Es hat des Rosses Kraft,
Des Lammes Eigenschaft,
Ein Thier so musterhaft.
Was kann das Wunder übertreffen?
Ein jeder von des Königs Neffen
In seiner Art ist ein Ki-Ling.
Lob der Güte von König Wen's Nachkommen und Verwandten Victor von Strauß (1809–1899)
— in: Strauß, Victor von. Schi-king. Das kanonische Liederbuch der Chinesen. Heidelberg: Carl Winter's Universitätsbuchhandlung, 1880. p. 77.
Des Einhorn Fuß ist lind;
So unsres Fürsten Söhne sind.
Ach ja, das Einhorn sind sie, oh!
Des Einhorns Stirn ist gut;
So All' aus unsres Fürsten Blut.
Ach ja, das Einhorn sind sie, oh!
Des Einhorns Horn ist zart;
So unsres Fürsten ganze. Art.
Ach ja, das Einhorn sind sie, oh!