善哉行二首 (其一) "上山採薇"
Cao Pi 曹丕 (187–226)
上山採薇。薄暮苦飢。
谿谷多風。霜露沾衣。
野雉群雊。猴猿相追。
還望故鄉。鬱何壘壘。
高山有崖。林木有枝。
憂來無方。人莫之知。
人生如寄。多憂何為。
今我不樂。歲月如馳。
湯湯川流。中有行舟。
隨波轉薄。有似客遊。
策我良馬。被我輕裘。
載馳載驅。聊以忘憂。
Das Lied: Wie herrlich wäre es, wenn wir zusammen dahinsprengen könnten! Erwin von Zach (1872–1942)
— in: Zach, Erwin von. Die chinesische Anthologie, Harvard Yenching Institute Studies 18. Cambridge, Massachusetts: Harvard University Press, 1958. p. 481.
Wir steigen den Berg hinauf, um Farnkräuter zu pflücken; doch noch bei Anbruch des Abends sind wir von Hunger gequält.
In den Tälern gibt es viel Wind; Frost und Tau befeuchten unsere Kleider.
Wir blicken voll Sehnsucht nach unserer alten Heimat; wie mächtig erhebt sich da unser Kummer!
Die hohen Berge haben ihre Schroffen; die Bäume des Waldes haben ihre Zweige (dies ist allgemein bekannt).
Woher aber der Kummer kommt, das weiss niemand.
Unser Leben ist nur wie ein kurzer Aufenthalt; warum sollte man in dieser kurzen Zeit fortwährend traurig sein?
Wenn wir uns jetzt nicht unterhalten (wird das Alter plötzlich über uns kommen); denn die Monate des Jahres eilen unaufhaltsam dahin.
Rauschend zieht ein Fluss an uns vorüber; auf seinen Wogen fährt ein Boot.
Es folgt schaukelnd den Bewegungen der Wellen; (wohin diese es tragen, weiss man nicht) es erinnert an mein Wandern durchs fremde Land.
(Wie schön wäre es) wenn wir in einem leichten Pelz ein tüchtiges Pferd antrieben (ritten).
Und mit ihm ohne Aufenthalt dahinsprengten, um unseren Kummer ein wenig vergessen zu können!