贈故人馬子喬詩六首 (其六) "雙劍將別離"
Bao Zhao 鮑照 (414–466)
雙劍將別離。先在匣中鳴。
煙雨交將夕。從此遂分形。
雌沈吴江裏。雄飛入楚城。
吴江深無底。楚闕有崇扃。
一為天地別。豈直限幽明。
神物終不隔。千祀儻還并。
Die Zauberschwerter Alfred Forke (1867–1944)
— in: Forke, Alfred. Blüthen chinesischer Dichtung. Magdeburg: Commissionsverlag: Faber'sche Buchdruckerei, A. & R. Faber, 1899. p. 46.
Als einst das berühmte Schwertpaar
Auseinander ist gekommen,
Hat zuvor in ihrem Kasten
Man ein hell' Geklirr vernommen.
Abend wollte es schon werden,
Aus dem Nebel troff der Regen,
Dieser Zeitpunkt war es, als man
Schied die beiden edlen Degen.
Es versank im Wu das Mann-Schwert,
Fand im Wasser seine Ruhstatt;
Eilig trug man fort das Weib-Schwert,
Es gelangte in die Tschu-Stadt.
Tief gar ist das Bett des Wu-Fluss,
Man kommt niemals bis zum Grunde,
Und von hohen Thurmdach-Thoren
Starrt die Tschu-Stadt in die Runde.
Eine grosse Tennung war es
Wie des Himmels und der Erde.
Nicht die Helle, nicht das Dunkel
Nur die Einigung erschwerte.
Doch zwei Zauberschwerter lassen
Schwerlich sich auf ewig scheiden;
Sicher sind nach tausend Jahren
Wiederum vereint die beiden.