直中書省詩
Xie Tiao 謝朓 (464–499)
紫殿肅陰陰。彤庭赫弘敞。
風動萬年枝。日華承露掌。
玲瓏結綺錢。深沈映朱網。
紅藥當階翻。蒼苔依砌上。
茲言翔鳳池。鳴珮多清響。
信美非吾室。中園思偃仰。
朋情以鬱陶。春物方駘蕩。
安得凌風翰。聊恣山泉賞。
Ich tue Nachtdienst in der Kabinettskanzlei Erwin von Zach (1872–1942)
— in: Zach, Erwin von. Die chinesische Anthologie, Harvard Yenching Institute Studies 18. Cambridge, Massachusetts: Harvard University Press, 1958. p. 553.
Der violette Kaiserpalast liegt ehrfurchtgebietend da im nächtlichen Dunkel; die roten Mauern der Höfe zeigen ihre mächtige Ausdehnung.
Wind bewegt die Zweige der uralten Bäume; die aufgehende Sonne lässt die den Tau auffangende Genienhand (auf hoher Säule) erglänzen.
Durch das Gitterwerk der Fenster wirft die Sonne helle kreisrunde Flecken auf den Boden (?); die roten Schnitzereien der Fenster (die im Sonnenlicht funkeln) kontrastieren mit dem tiefen Dunkel (der Räume).
Rote Paeonien (Legge IV 148) schwingen gegenüber der Treppe; grünes Moos kriecht die unteren Teile der Mauern hinauf.
Diesen Ort hat [Hsün Hsü; BD No. 806] den Weiher der kreisenden Phönixe genannt; klirrende Gürtelsteine (der zur Audienz erscheinenden Würdenträger) lassen hier ihre hellen Töne erklingen.
Trotz aller wirklichen Schönheit (dieses Amtes im Kaiserpalast) ist es doch nicht mein Haus; ich möchte gerne im heimatlichen Garten auf dem Rücken liegen und gegen den Himmel schauen.
Ich sehne mich nach Freundschaft, die mein Herz trösten könnte (Legge II 347); die Vegetation des Frühlings ist gerade in üppigem Wachstum (d.h. ich möchte gerne mit Freunden einen Ausflug machen).
Wie könnte ich nur Vogelschwingen erlangen, die auf dem Winde reiten, um nach Herzenslust die Schönheit der Berge und Quellen zu geniessen?