九日從宋公戲馬臺集送孔令詩
Xie Lingyun 謝靈運 (385–433)
季秋邊朔苦。旅鴈違霜雪。
淒淒陽卉腓。皎皎寒潭絜。
良辰感聖心。雲旗興暮節。
鳴葭戾朱宮。蘭巵獻時哲。
餞宴光有孚。和樂隆所缺。
在宥天下理。吹萬群方悅。
歸客遂海隅。脫冠謝朝列。
弭棹薄枉渚。指景待樂闋。
河流有急瀾。浮驂無緩轍。
豈伊川途念。宿心愧將別。
彼美丘園道。喟焉傷薄劣。
Am 9. Tage des 9. Monats begleite ich den Herzog von Sung zur Versammlung auf dem Hsi-ma-t'ai-Söller, um K'ung Ching das Geleite zu geben Erwin von Zach (1872–1942)
— in: Zach, Erwin von. Die chinesische Anthologie, Harvard Yenching Institute Studies 18. Cambridge, Massachusetts: Harvard University Press, 1958. p. 298f.
Im dritten Herbstmonat sind die nördlichen Grenzregionen gar unwirtlich; die dort lebenden Wildgänse weichen dem Frost und Schnee aus (und wenden sich nach Süden).
Die ganze Vegetation verwelkt in trauriger Weise; der kalte Weiher ist von durchsichtiger Klarheit.
Das herrliche Ch'ung-yang-Fest bewegt das Herz unseres weisen Fürsten; seine hohen Fahnen flattern lustig an diesem Tage des Herbstendes.
Flötenspieler eröffnen den fürstlichen Zug, der sich nach dem roten Lustschloss begibt; der Herrscher will seinen tüchtigen Zeitgenossen Becher duftenden Weines anbieten.
Das glänzende Abschiedsbankett (für K'ung) lässt das Vertrauen [des Herrschers] in ihn hervortreten; die harmonische Freude der Gäste überstrahlt alle Mängel [früherer Feste].
Da der Fürst die Regierung in freisinnigem Geiste führt, herrscht Ordnung im Reiche; wie der Wind durch die Natur weht, so [ergiesst sich die Gnade des Fürsten] nach allen Richtungen und überall erfreut man sich ihrer.
Unser Freund K'ung kehrt nun zum Gestade des Meeres zurück; entblössten Hauptes nimmt er Abschied von den Beamten des Hofes.
In der Krümmung des Flusses hält er seine Ruder zurück; er deutet auf die untergehende Sonne und wartet nur noch auf das Ende der Musik (um aufzubrechen).
Der Fluss, worauf er seine Reise beginnt, fliesst mit schnellen Wogen dahin; und auch ich werde auf meinem Wagen rasch in entgegengesetzter Richtung nach Hause fahren.
Bin ich etwa für ihn wegen seiner Flussfahrt besorgt? Ich schäme mich nur [beim Abschied], dass ich meinen steten Wunsch (das Amt ebenso wie er aufzugeben) noch nicht verwirklicht habe.
Jener herrliche Mann begibt sich nun in die Einsamkeit der Hügel und Gärten (des offenen Landes), während ich mir seufzend Vorwürfe über meine Unbrauchbarkeit als Beamter mache.