擊鼓
Anonymous (Shijing)
擊鼓其鏜,踊躍用兵。 土國城漕,我獨南行。 從孫子仲,平陳與宋。 不我以歸,憂心有忡。 爰居爰處,爰喪其馬。 于以求之,于林之下。 死生契闊,與子成說。 執子之手,與子偕老。 于嗟闊兮,不我活兮。 于嗟洵兮,不我信兮。
Der Flüchtling Johann Cramer
— in: Cramer, Johann (ed.). Schi-King, oder Chinesische Lieder, gesammelt von Confucius. Neu und frei nach A. La Charme's lateinischer Übersetzung bearbeitet. Fürs deutsche Volk hg. von Johann Cramer, Das himmlische Reich. Oder China's Leben, Denken, Dichten und Geschichte, 4 vols. Crefeld: Verlag der J. H. Funcke'schen Buchhandlung, 1844. p. 21f.
Es ging die Trommel, daß es klang, Und wer den Klang vernahm, der sprang Vom Boden zu den Waffen. Wie sie sich drehn und schwenken, Als ging es auf den Feind; Kein Feind ist da und haben doch genug zu thun. Es ging die Trommel, daß es klang, Und wer den Klang vernahm, der sprang Geschwind an seine Stelle. Den Wall die Einen werfen auf, Die Andern Mauern baun, Im Osten wird's die neue Gränzstadt sein. Es ging die Trommel, daß es klang. Der Feldherr Sun-Tsu-Tschong, er hat Dem Lande Ruh' gegeben. Und doch gibt's immer Arbeit noch, Nach Hause darf ich noch nicht gehn, Und geh' auch nicht den Gesellen gern. Ich ruh't am Baum, Da floh mein Roß, Ich sucht' es auf, Verlor den Troß; In diesem Wald kenn' ich nicht Weg noch Steg. Welch großes Ungemach! Dir schwur ich einst, Nahm deine Hand, Ich wählte dich, Nichts trennet uns, Nun irr' ich in dem fremden Land umher Und du verlorst mich doch! Auf immerdar, So schwur ich dir, Trank drauf den Wein, Dir Freund zu sein, Nun bist du ach, allein, und klagst mich an, Daß ich ein schlechter Worthalter war.
Der Heerflüchtige Friedrich Rückert (1788–1866)
Die Trommel ward gerührt tang tang, Und jeder der sie hörte, sprang Empor und schwang die Waffen. Wie sie sich schwenken, wie sich drehn, Als sollt' es auf die Feinde gehn! Kein Feind ist mehr, doch hat das Heer zu schaffen. Die Trommel ward gerührt tang tang, Und jeder der sie hörte, sprang Und stand auf seinem Posten. Die einen schütten einen Wall, Die andern kütten Mauern all; Die neue Grenzstadt baut das Heer im Osten. Die Trommel ward gerührt tang tang. Dem Feldherrn Sun-Tsu-Tschong gelang Ruh her im Land zu stellen. Doch soll ich nicht der Müh entfliehn, Doch darf ich nicht nach Hause ziehn, Und mag nicht ziehn mit diesen Werkgesellen. Ich ruht' am Stamm der Buchen, Da gieng mir durch mein Roß; Und als ich's gieng zu suchen, Verlor ich mich vom Troß; In diesem Walde groß Verlor ich Steg und Bahn, dem Untern muß ich fluchen. Dir hab' ich einst geschworen, Dich fassend bei der Hand: Ich habe dich erkohren, Nichts trennt unser Band. Und nun im wilden Land Bin ich von dir getrennt, du hast mich doch verloren. Dir schwor ich bis zum Alter, Und trank darauf den Wein, Ein Schirmer und ein Walter, Ein treuer Freund zu senn. Und nun bist du allein, Und klagest wol mich an, des Wortes schlechte Halter.
Der versprengte Krieger Victor von Strauß (1809–1899)
— in: Strauß, Victor von. Schi-king. Das kanonische Liederbuch der Chinesen. Heidelberg: Carl Winter's Universitätsbuchhandlung, 1880. p. 100.
Sie schlugen die Trommel, und die erklang, Wir sprangen empor, die Waffen zu führen; Man baute das Land, man befestigte Tsao; Wir mußten allein nach Süden marschiren. Gefolgt sind wir dem Sun Tse-tschung, Bis er Frieden gemacht mit Tschhin und Sung. Uns hat er nicht wieder zurückgeführt, Mein traurig Herz ist bekümmert genug. Da man rastete, da man Ruhe genoß, Da sind abhanden gekommen die Ross'; Ich ging und habe nach ihnen gesucht, Bis daß mich die Tiefe des Waldes umschloß. Auf Tod und Leben, getrennt noch so weit, Hab' ich Ihr mich verbunden mit festem Eid, Und habe darauf ihre Hand genommen, Mit ihr zusammen in's Alter zu kommen. Und ach, so fern in den Weiten, oh, Soll mir das Leben entgleiten, oh! Und ach, so getreu ihr eigen, oh, Nicht kann ich es ihr bezeigen, oh!