還舊園作見顏范二中書詩
Xie Lingyun 謝靈運 (385–433)
辭滿豈多秩。謝病不待年。 偶與張邴合。久欲還東山。 聖靈昔迴眷。微尚不及宣。 何意衝飆激。烈火縱炎煙。 焚玉發崑峰。餘燎遂見遷。 投沙理既迫。如卬願亦愆。 長與歡愛別。永絕平生緣。 浮舟千仞壑。總轡萬尋巔。 流沫不足險。石林豈為艱。 閩中安可處。日夜念歸旋。 事躓兩如直。心愜三避賢。 託身青雲上。棲巖挹飛泉。 盛明盪氛昏。貞休康屯邅。 殊方感成貸。微物豫采甄。 感深操不固。質弱易扳纏。 曾是反昔園。語往實欵然。 曩基即先築。故池不更穿。 果木有舊行。壤石無遠延。 雖非休憩地。聊取永日閑。 衛生自有經。息陰謝所牽。 夫子照清素。探懷授往篇。
Ich verfasse ein Gedicht über meine frühere Rückkehr in die alte Heimat und zeige es den beiden Ministerialsekretären Yen [Yen-chih] und Fan [T'ai] Erwin von Zach (1872–1942)
— in: Zach, Erwin von. Die chinesische Anthologie, Harvard Yenching Institute Studies 18. Cambridge, Massachusetts: Harvard University Press, 1958. p. 430-432.
Obwohl ich noch nicht viele Würden besitze, möchte ich mich doch vor Vollendung meiner Amtszeit zurückziehen; ich möchte Krankheit zum Anlass nehmen, um nicht auszudienen. Zufällig stimmen meine Absichten mit jenen des Chang [Liang] und Ping [Han der Han-Zeit] überein; auch ich will schon lange in meine alte Heimat in den Ostbergen (von Kuei-chi) zurückkehren. Einst brachte Kaiser Kao-tsu der Sung-Dynastie mir grosse Sympathie entgegen; daher konnte ich damals meine reine Absicht nicht ausführen. Wer hätte gedacht, dass plötzlich ein Sturmwind das Reich überfallen und ein mächtiges Feuer überall Flammen und Rauch verbreiten würde? Dieses Feuer gleicht jenem im K'un-lun-Gebirge (Legge III 168), das alle Edelsteine zum Schmelzen bringt; auch ich wurde von den Resten dieses Feuers erreicht (und als Präfekt nach Yung-chia verschickt). [Wie einst Chia I] in die Verbannung nach Ch'ang-sha ging, musste auch ich mich eiligst [nach Yung-chia] begeben; so konnte ich nicht meinen Wunsch, die Heimat zu besuchen, befriedigen, [wie einst Ssu-ma Hsiang-ju, als er nach Lin-]ch'iung zurückkehrte. Für immer war ich von meinen Lieben getrennt; für immer wurden meine Beziehungen mit dem Aufenthaltsort meiner Jugend durchschnitten. Mein Boot fuhr zwischen tausend Klafter hohen Felswänden hindurch oder ich ritt über unermesslich hohe Berge. Verglichen mit diesen Gefahren (auf der Reise nach Yung-chia) erscheint der (bei Chuang-tzu, Texts of Taoism II 20, erwähnte) Strom [von Lü-liang] ganz sicher; und der (in den Rhapsodien von Ch'u 3/10 erwähnte) Steinwald kann kaum als ein Hindernis bezeichnet werden. Wie hätte ich in Yung-chia bleiben können? Tag und Nacht musste ich an die Rückkehr in die Heimat denken. Ob die Regierung gut oder schlecht war, in beiden Fällen war ich ehrlich (wie einst der Historiker Yü-tzu (Legge I 296), und eben deswegen wurde ich entlassen); nichtsdestoweniger war mein Herz zufrieden, [wie einst jenes des Sun Shu-ao] der dreimal seine Stellung verlor ohne eigene Schuld. (Nach meiner Rückkehr) lebte ich hoch in den Bergen (der Heimat) nahe dem blauen Firmament; ich hauste auf Felsen und trank Wasser vom Wasserfall. Da erschien Kaiser T'ai-tsu, der die Welt von den trüben Nebeln der Unruhen befreite und durch seine erhabene Tugend die Aufstände unterdrückte. Die entferntesten Gegenden wurden alle der kaiserlichen Gnade teilhaftig (Tao te king 41); selbst unbedeutende Lebewesen (wie ich) erhielten eine Berufung an den Hof. Tief ergriffen von dieser Gunst konnte ich an meiner Absicht (Einsiedler zu bleiben) nicht weiter festhalten; ich bin ein schwacher Charakter, der leicht überredet werden kann (daher bin ich von neuem Beamter geworden). Vorher bin ich aber schon in der alten Heimat gewesen, und ich will Euch jetzt beschreiben, wie glücklich ich mich damals gefühlt habe. Mein altes Haus war schon früher gebaut; den bestehenden Weiher brauchte ich nicht von neuem zu graben. Von Fruchtbäumen gab es ganze Reihen aus früherer Zeit; die Grenzsteine der Felder wurden nicht weiter hinausgerückt (d.h. die Felder wurden nicht vergrössert). Obwohl mein Garten keinen Ruheplatz hatte, konnte ich dort doch auch den ganzen Tag der Musse geniessen. Um das Leben zu erhalten gibt es nur eine richtige Methode: im Schatten ruhen und sich loslösen von allen Banden der Welt. Ihr beide besitzet grosse Sympathie für meine Gefühle; daher habe ich diese hiermit geäussert und widme Euch diese Verse über meinen vergangenen [Aufenthalt in der Heimat].