雜詩 "秋風何冽冽"
Zuo Si 左思 (ca. 250–ca. 305)
秋風何冽冽。白露為朝霜。 柔條旦夕勁。綠葉日夜黃。 明月出雲崖。皦皦流素光。 披軒臨前庭。嗷嗷晨鴈翔。 高志局四海。塊然守空堂。 壯齒不恆居。歲暮常慨慷。
Gedicht ohne besonderen Titel Erwin von Zach (1872–1942)
— in: Zach, Erwin von. Die chinesische Anthologie, Harvard Yenching Institute Studies 18. Cambridge, Massachusetts: Harvard University Press, 1958. p. 537.
Wie kalt weht doch der Herbstwind! Der glänzende Tau (der Nacht) wird zum Morgenfrost. Die zarten Zweige werden mit jedem Tage steifer; die grünen Blätter mit jedem Tage gelber. Der klare Mond tritt hinter Wolkenmauern hervor und verbreitet überall sein helles Licht. Ich öffne das Fenster und blicke auf den (vor dem Hause gelegenen) Hof hinaus; ich sehe hoch in der Luft eine in aller Früh weggeflogene Wildgans schreiend kreisen. Weil mein grosser Ehrgeiz ringsherum gehemmt war (sich nicht entfalten konnte), sitze ich jetzt einsam in der öden Halle (gleichsam leblos infolge meines Alters). Wenn die Jugend einmal vorüber ist, erfüllt fortwährende Betrübnis unser Alter (weil unser Ehrgeiz keine Befriedigung fand).