Meng jing 夢井
by Yuan Zhen 元稹 (779–831)
Dynasty: Tang 唐 (618–907)
Included in: Peng Dingqiu 彭定求 (ed.). Quan Tang shi 全唐詩 (Complete Tang Poems) Beijing: Zhonghua shuju, 1985. 404.4511.
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Vincenz Hundhausen (1878–1955): Der Krug
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Ich träumte jüngst, daß ich in Sonnenbrand Zu einer Ebene stieg auf steilem Pfade Und oben einen tiefen Brunnen fand. Ich pries den Himmel laut für seine Gnade Und stürzte dürstend an den Brunnenrand. Verschmachtend fast umkreise ich sein Rund Und beuge tief hinab die matten Glieder. Die Augen blicken gierig in den Schlund, Der dunkle Spiegel gibt mein Bild mir wieder; Vergebens lechzt der ausgedorrte Mund. Und auf des Wassers Fläche schwimmt und blinkt Ein irdener Krug. Schon sehe ich mit Beben, Wie langsam, langsam jetzt der Krug versinkt. Kein Stab, kein Strick ist da, den Krug zu heben! Ich spähe rings, ob keine Hilfe winkt. Ich renne atemlos von Ort zu Ort Und lasse meine Hilferufe gellen: Leer jedes Haus; die Menschen gingen fort, Die Hunde springen an mit wildem Bellen. Ich kehre müde an des Brunnens Bord. Und sitze hoffnungslos in stummer Qual, In Tränen lösend meines Herzens Jammer. Und immer reicher blüht der Tränen Zahl: Da wachte ich auf. Durch meine stille Kammer Floß meines Lämpchens Leuchten fein und fahl. Ein fernes Glockenspiel klang durch die Nacht; Im Kloster wurde Mitternacht geläutet. Im Bette sitzend hab’ ich nachgedacht Und wußte plötzlich, was der Traum bedeutet, Der meinem Schlummer solche Not gebracht: Die Ebene, wo ich den Brunnen fand, Nachdem ich meinen steilen Pfad gestiegen War jenes öde, unbestellte Land, In dem gedrängt die Totenhügel liegen, Sich weithin dehnend an der Hauptstadt Rand. Die Gruben, drin die Toten ruhn, sind tief, Schwer lasten jener Hügel graue Massen: Doch mancher Tote schon, der unten schlief, Fand einen Weg die Stätte zu verlassen, Von der ein Traum des Lebenden ihn rief. So war mein Lieb, das ich verloren, hier, Sich die Gestalt des irdenen Kruges leihend. Sie grüßte mich und winkte sinnend mir; Und als ich weinte Träne an Träne reihend, Da galten alle diese Tränen ihr.–
in: Hundhausen, Vincenz. Chinesische Dichter in deutscher Sprache. Peking, Leipzig: Pekinger Verlag, 1926. p. 93f.
夢上高高原,原上有深井。 登高意枯渴,願見深泉冷。 裴回遶井顧,自照泉中影。 沉浮落井瓶,井上無懸綆。 念此瓶欲沈,荒忙為求請。 遍入原上村,村空犬仍猛。 還來遶井哭,哭聲通復哽。 哽噎夢忽驚,覺來房舍靜。 燈焰碧朧朧,淚光疑冏冏。 鍾聲夜方半,坐臥心難整。 忽憶咸陽原,荒田萬餘頃。 土厚壙亦深,埋魂在深埂。 埂深安可越,魂通有時逞。 今宵泉下人,化作瓶相憬。 感此涕汍瀾,汍瀾涕霑領。 所傷覺夢間,便覺死生境。 豈無同穴期,生期諒綿永。 又恐前後魂,安能兩知省。 尋環意無極,坐見天將焻。 吟此夢井詩,春朝好光景。