Yu cong ji shan lai 雨從箕山來

by Song Zhiwen 宋之問 (ca. 656–712)

Dynasty: Tang 唐 (618–907)

Included in: Peng Dingqiu 彭定求 (ed.). Quan Tang shi 全唐詩 (Complete Tang Poems) Beijing: Zhonghua shuju, 1985. 51.620.

Compare translations

Translations

3
  • Hans Bethge (1876–1946): Erkenntnis
    Der Regenstrom, der vom Gebirge kam, Zerstob zugleich mit dem Gewitterwinde, Und groß und strahlend trat die Sonne vor. Die Wälder in dem Tale schienen grüner Und herrlicher als je. Ich schritt zum Tempel, Wo mich ein würdiger Priester still empfing. Die irdischen Gedanken warf ich ab Und einte mit dem heiligen Manne mich, Der letzten Weisheit Lehren zu betrachten. Wir sprachen, sprachen, — und zum Schlusse war Erschöpft, was wir mit Worten sagen konnten, Ich sah die Blumen schweigend um uns stehn. Die Vögel hörte ich, die über uns Im Himmelsraume schwebten, — wunderbar Tat sich die große Wahrheit vor mir auf.

    in: Bethge, Hans. Pfirsichblüten aus China. Berlin: Ernst Rowohlt Verlag, 1923. p. 11.
  • Conrad Haußmann (1857–1922): Am Klosterberg der Regen war
    Am Klosterberg der Regen war Im Windeswehn verflogen, Vom Spitzberg her kam strahlenklar Die Sonne aufgezogen. Dicht schien und grün wie nie zuvor Im Süd des Walds geschloßnes Tor. Zur Klause lenkte ich den Schritt, Den heil’gen Mann zu ehren. Und er, er teilte gütig mit Der Weisheit höchste Lehren, Bis ich die Fesseln nach und nach Der irdischen Gedanken brach. Es war in uns der gleiche Geist, Gesagt, was Worte wissen, Wir schwiegen, ahnend was es heißt, Wie Blumen schweigen müssen. Ein Vogel kreiste – Vor mir stand Die große Wahrheit, die ich fand.

    in: Haußmann, Conrad. "Im Tau der Orchideen" und andere chinesische Lieder aus drei Jahrtausenden. München: Albert Langen, Verlag für Literatur und Kunst, 1908. p. 33.
  • Hans Heilmann (1859–1930): Sansara und Nirwana
    Der Regen, der vom Kichanberge kam, War rasch mit den stürmischen Winde verflogen. Die Sonne trat klar und strahlend über dem westlichen Spitzberg hervor. Im Süden die Wälder des Tals schienen grüner und dichter als zuvor. Ich lenkte meine Schritte zu der heiligen Be- hausung, Wo ein ehrwürdiger Bonze mich gütig aufnahm. Ich vertiefte mich in die erhabensten Weisheits- lehren Und brach die Fesseln irdischer Gedanken. Der heilige Mann und ich vereinten uns in derselben Betrachtung; Wir hatten erschöpft, was Worte zu sagen vermögen, und blieben stumm. Ich sah die Blumen, unbeweglich wie wir; Ich hörte die Vögel, die hoch über uns im Himmelsraum hingen — und ich begriff die große Wahrheit.

    in: Heilmann, Hans. Chinesische Lyrik vom 12. Jahrhundert v. Chr. bis zur Gegenwart, Die Fruchtschale. München, Leipzig: R. Piper & Co., 1905. p. 15.

雨從箕山來,倏與飄風度。 晴明西峰日,綠縟南溪樹。 此時客精廬,幸蒙真僧顧。 深入清淨理,妙斷往來趣。 意得兩契如,言盡共忘喻。 觀花寂不動,聞鳥懸可悟。 向夕聞天香,淹留不能去。